EDWARD TIMMS: DIE GEHEIMEN TAGEBüCHER DER ANNA HAAG.: Tickets ab € 12,80

Mittwoch, 30.10.19 - Beginn: 20:00 Uhr

Spielstätte
Stadtbibliothek Bad Vilbel
Niddapl. 2
61118 Bad Vilbel
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Veranstaltungsinfo

Edward Timms: Die geheimen Tagebücher der Anna Haag.
Eine Feministin im Nationalsozialismus


Der ermäßigte Preis gilt für Schüler und Studenten.
Schwerbehinderte ab GdB 80 erhalten ebenfalls einen ermäßigten Preis.
Rollstuhlplätze und Gruppenermäßigungen sind nur über die Burgfestspiele buchbar.
Es gelten die AGB. Wir spielen bei fast jedem Wetter, Absagen werden ausschließlich vor Ort entschieden. Nachweise für Ermäßigungen müssen beim Einlass bereitgehalten werden.

Wiederentdeckt: 70 Jahre staubten die Tagebücher Anna Haags vor sich hin: Für ihre schonungslose Chronik fand sie nach dem Krieg keinen Verlag.

Moderation: Scoventa Verlag

“Kann man Hitler mit dem Kochlöffel totschlagen?“ diese und andere – damals lebensgefährliche – Fragen stellte sich Anna Haag in ihren geheimen Tagebüchern. Die als Schulbücher getarnten Hefte versteckte sie während des Zweiten Weltkriegs im Kohlenkeller. Die überzeugte Stuttgarter Demokratin und Pazifistin (1888–1982) dekonstruierte darin die deutsche Propaganda und schilderte eindringlich das Trauma der Nazi-Zeit. Packend und pointiert eröffnet Anna Haag den Leserinnen und Lesern durch ihre nun wiederentdeckten Tagebücher einen Blick auf eine Welt, die nicht in Vergessenheit geraten darf. In seinem faszinierenden, 2016 auf Englisch erschienenen Buch veröffentlicht der britische Germanist und Kulturhistoriker Edward Timms Ausschnitte der zwanzig Bände umfassenden Tagebücher und liefert gleichzeitig eine Analyse dieser zeitgenössischen Quelle zum Alltag im Dritten Reich. Timms beleuchtet sowohl die Grundsätze von Anna Haags Weltanschauung als auch ihren Werdegang:
beginnend mit ihrer beschaulichen Kindheit und Jugend in Baden-Württemberg, dem Erleben des Ersten Weltkriegs als junge Mutter in Bukarest bis hin zu ihrem Engagement in der SPD als eine von zwei Frauen im baden-württembergischen Landtag, die sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung engagiert. Timms setzt eindrückliche Passagen aus Haags Tagebüchern in Zusammenhang zu Zitaten aus weiteren Kriegstagebüchern, zu Zeitungsartikeln und Rundfunkbeiträgen. So zeigt er, wie diese kluge, emanzipierte Frau von Anfang an die Mechanismen des Nationalsozialismus schonungslos und ehrlich hinterfragte.