ANNA S., TOD EINER DIVA

Ort
Frankfurt am Main
Datum
13.12.19 19:30 Uhr

Veranstaltungsinfo

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass KEINE Abendkassenhinterlegungen möglich sind.!

Anna S., Tod einer Diva
Musiktheater über das Leben und Sterben einer Operndiva
Musik und Texte von Bizet, Weill, Offenbach, Wolf, Lehar u. a.,
zusammengestellt von Bert Bresgen und Rainer Pudenz

Veranstalter: Kammeroper Frankfurt e.V. / (www.kammeroper-frankfurt.de)

Die Spielstätte ist Rollstuhlgerecht.
Schwerbehinderte ab GdB 75, Schüler und Studenten erhalten an der Abendkasse einen ermäßigten Preis.
Rollstuhlfahrer zahlen den Vollpreis und die Begleitperson erhält eine Freikarte. - Nur buchbar über die Hotline und Vorverkaufsstellen von Frankfurt Ticket RheinMain. -

Manchmal tritt die Oper, die scheinbar wirklichkeitsfremdeste Gattung aller Gattungen der Kunst, über den klar umrissenen Rand der Bühne hinaus ins wirkliche Leben und - ins wirkliche Sterben.
Am 29.Juni 1910, am hellen Vormittag gegen 11 Uhr morgens wird die Stuttgarter Operndiva Anna Sutter in ihrem Schlafzimmer erschossen. Ihr Mörder und ehemaliger Geliebter, ein braver Hofkapellmeister mit Doktortitel „richtet sich danach selbst“ mit nicht weniger als fünf Kugeln. Es war ein wahrer Operntod.
Anna S., „das Sutterle“ wie die Stuttgarter sie mit echt schwäbischer Zärtlichkeit nannten, war eigentlich Soubrette, sang und siegte jedoch in den schwierigsten Partien: in Bizets „Carmen“ und Richard Strauss‘ „Salome“. Den skandalösen „Tanz der sieben Schleier“ tanzte Anna S. - als erste Sängerin überhaupt höchstselbst - im knappen Kostüm ohne das bisher übliche Double aus dem Balletcorps. Zeitgenössische Fotos zeigen eine verblüffend herbe, keineswegs auffallend attraktive Frau. Die Sutter war eine „femme fatale“, perfekt auf der Opernbühne wie auch im wirklichen Leben: während ihres Engagements brachte sie zwei uneheliche Kinder verschiedener Väter zur Welt - damals eigentlich ein Todesurteil für eine Sängerin. Sie wechselte die Liebhaber wie ein verschwitzter Tenor seine Hemden. An der Stuttgarter Hofoper war aber alles anders: die Liebhaber mussten gehen: Sie blieb, sang weiter und erhielt sogar ein offizielles Engagement auf Lebenszeit, bevor jemand ahnte, dass diese „Lebenszeit“ schon mit 39 Jahren enden sollte. Die Stuttgarter vergötterten Ihre Diva und verziehen ihr alles, oder liebten sie, weil sie in und außerhalb der Oper etwas wagte, was das Publikum nicht wagte zu wagen. Wie in Bizets Carmen starb Anna Sutter durch die Hand eines Ex-Liebhabers, eines Wagnerianers, der als Kapellmeister einer ähnlichen und doch völlig anderen Sphäre entstammte: der des sogenannten „ernsten Lebens“ und der sie, wie er sagte, „erlösen“ wollte.
Die Kammeroper Frankfurt geht in „Anna S., Tod einer Diva“ diesem authentischen Fall nach, singt, spielt und spekuliert in Arien und Soubrettensongs von Bizet, Weil, Offenbach, Wolff, Lehar u.a., und sinniert in tragikomischen Texten und Szenen über die Faszination, Macht, Sterblich-, Lebendig- und Verletzlichkeit von Diven, über „Nietzsche contra Wagner“ um 1900 und Freuds Neuentdeckung der „Hysterie“, über Oper und das wirkliche Leben - also über die Frage: hätte es diesen Mord und Selbstmord ohne die Oper überhaupt gegeben? Und kann es überhaupt ein wirkliches Leben ohne Oper geben?




Veranstaltung Ort Datum
Ticketstatus: Erhältlich Restkarten derzeit vergriffen
© Kammeroper Frankfurt e.V.

ANNA S., TOD EINER DIVA

Frankfurt am Main, Unitarische Freie Religionsgemeinde K.d.ö.R Freitag, 13.12.19 19:30 Uhr